Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis
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Botulinumtoxin bei übermäßigem Schwitzen der Achselhöhlen

Axilläre Hyperhidrose

Übermäßiges Schwitzen in den Achselhöhlen kann für Betroffene sehr belastend sein – unabhängig von Temperatur oder körperlicher Aktivität. Wenn herkömmliche Maßnahmen wie Antitranspirantien nicht ausreichend helfen, stellt die Behandlung mit Botulinumtoxin eine gut etablierte und wirksame Therapieoption dar.

Die Behandlung der axillären Hyperhidrose mit Botulinumtoxin ist eine effektive, gut verträgliche und minimalinvasive Methode, um übermäßiges Schwitzen deutlich zu reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Wirkungsweise von Botulinumtoxin

Botulinumtoxin hemmt gezielt die Signalübertragung zwischen Nerven und Schweißdrüsen. Dadurch wird die Aktivität der Schweißdrüsen deutlich reduziert, ohne den restlichen Körper zu beeinflussen. Die Behandlung wirkt ausschließlich lokal an der Injektionsstelle.

Ablauf der Behandlung

Die Therapie erfolgt ambulant und dauert in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten. Zunächst wird das betroffene Areal markiert, um die besonders aktiven Schweißdrüsen gezielt zu behandeln. Anschließend wird Botulinumtoxin mit sehr feinen Nadeln oberflächlich in die Haut injiziert. Pro Achsel sind mehrere kleine Injektionen erforderlich, um eine gleichmäßige Wirkung zu erzielen.

Die Behandlung ist gut verträglich. Auf Wunsch kann zuvor eine betäubende Creme aufgetragen werden, um die Einstiche noch angenehmer zu machen.

Wirkungseintritt und Wirkdauer

Die Wirkung setzt nicht sofort ein, sondern entwickelt sich in der Regel innerhalb von 3 bis 5 Tagen. Die Schweißproduktion nimmt deutlich ab, häufig kommt es zu einer nahezu vollständigen Trockenheit im behandelten Bereich. Die Wirkung hält im Durchschnitt 4 bis 6 Monate, bei manchen Patienten auch länger. Danach kann die Behandlung problemlos wiederholt werden.

Verhalten vor der Behandlung

Die Achselhöhlen sollten am Behandlungstag nicht frisch rasiert sein (ideal: Rasur 1–2 Tage vorher), um Hautreizungen zu vermeiden. Auf Deodorants oder Antitranspirantien sollte am Behandlungstag möglichst verzichtet werden. Bei Hautinfektionen oder Entzündungen im Behandlungsbereich sollte die Therapie verschoben werden.

Verhalten nach der Behandlung

Am Behandlungstag sollte auf intensive körperliche Aktivität, Sauna oder Sport verzichtet werden. Die behandelten Areale sollten für etwa 24 Stunden nicht stark massiert oder gereizt werden. Duschen ist in der Regel am selben Tag möglich. Normale Alltagsaktivitäten sind sofort wieder möglich.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Die Behandlung ist seit vielen Jahren etabliert und gilt als sehr sicher. Nebenwirkungen sind selten und meist mild, z. B. leichte Rötung, Schwellung oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen. Systemische Nebenwirkungen sind bei sachgerechter Anwendung nicht zu erwarten.