Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis
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Botulinumtoxin bei Palmar- und Plantarhyperhidrose

Übermäßiges Schwitzen der Hände und Füße

Bei der palmar- oder plantar betonten Hyperhidrose kommt es zu einer übermäßigen Schweißbildung an den Händen oder Füßen, die deutlich über das zur Temperaturregulation notwendige Maß hinausgeht. Viele Betroffene leiden unter dauerhaft feuchten Händen oder Füßen, unabhängig von Hitze oder körperlicher Belastung. Häufig beginnt die Symptomatik bereits im Jugendalter.

Ursache ist eine Überaktivität der Schweißdrüsen, die durch das vegetative Nervensystem gesteuert werden. Warum diese Übersteuerung entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Stress und emotionale Anspannung können die Beschwerden verstärken, sind jedoch nicht die eigentliche Ursache. Während einige Betroffene nur leicht beeinträchtigt sind, kann die Erkrankung bei anderen den Alltag und berufliche Tätigkeiten erheblich einschränken.

Die Behandlung der palmaren und plantaren Hyperhidrose mit Botulinumtoxin ist eine wirksame und gut verträgliche Methode, um übermäßiges Schwitzen gezielt zu reduzieren. Sie wirkt nach wenigen Tagen und kann die Lebensqualität deutlich verbessern.

Wie wirkt Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin wird direkt in die Haut der betroffenen Areale injiziert. Es blockiert dort die Signalübertragung von den Nerven zu den Schweißdrüsen. Dadurch wird die Aktivität der Schweißdrüsen deutlich reduziert. Die Wirkung ist lokal begrenzt und betrifft nur die behandelten Bereiche.

Ablauf der Behandlung

Die Behandlung erfolgt ambulant und dauert je nach Ausdehnung etwa 20 bis 40 Minuten. Zunächst werden die betroffenen Areale markiert. Anschließend wird Botulinumtoxin mit sehr feinen Nadeln in vielen kleinen Punkten oberflächlich in die Haut injiziert. Besonders an den Händen kann die Behandlung als schmerzhaft empfunden werden, weshalb häufig eine lokale Betäubung, zum Beispiel durch eine Creme oder eine Leitungsanästhesie, eingesetzt wird.

Wirkungseintritt und Wirkdauer

Die Wirkung setzt in der Regel innerhalb von drei bis fünf Tagen ein, die maximale Wirkung wird nach ein bis zwei Wochen erreicht. Die Schweißproduktion nimmt deutlich ab, häufig kommt es zu einer ausgeprägten Trockenheit der behandelten Areale. Die Wirkung hält meist etwa vier bis sechs Monate an, an den Füßen teilweise etwas kürzer. Danach kann die Behandlung bei Bedarf wiederholt werden.

Verhalten vor und nach der Behandlung

Vor der Behandlung sollten die betroffenen Areale möglichst reizfrei sein, Rasur oder intensive mechanische Belastung sollten kurz vorher vermieden werden. Nach der Behandlung sollte die Haut für etwa 24 Stunden nicht massiert oder stark beansprucht werden. Intensive körperliche Belastung, Sport oder Sauna sollten am Behandlungstag vermieden werden. Normale Alltagsaktivitäten sind in der Regel sofort möglich.

Nebenwirkungen

Die Behandlung ist gut etabliert und in der Regel sicher. Häufige Nebenwirkungen sind lokale Schmerzen oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Zu den konservativen Maßnahmen gehören spezielle Antitranspirantien, die jedoch meistens nur begrenzt wirksam sind. Eine weitere etablierte Behandlung ist die Leitungswasser-Iontophorese, insbesondere bei Hyperhidrose der Hände und Füße. In schweren Fällen kommen auch medikamentöse Therapien oder operative Verfahren infrage, die jedoch mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen verbunden sind.