Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis
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Botulinumtoxin bei postherpetischer Neuralgie

Nervenschmerzen nach Gürtelrose

Die postherpetische Neuralgie ist eine anhaltende Nervenschmerzerkrankung, die nach einer Gürtelrose (Herpes zoster) auftreten kann. Auch nachdem der Hautausschlag abgeheilt ist, bleiben bei manchen Betroffenen starke Schmerzen im betroffenen Hautareal bestehen. Typisch sind brennende, stechende oder elektrisierende Schmerzen sowie eine ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit, bei der selbst leichte Reize als schmerzhaft empfunden werden.

Ursache ist eine Schädigung der Nerven durch das Varizella-Zoster-Virus, die zu einer Fehlverarbeitung von Schmerzsignalen führt. Die postherpetische Neuralgie ist eine häufige Komplikation der Gürtelrose, insbesondere bei älteren Menschen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich an. Ein Teil der Betroffenen entwickelt anhaltende Schmerzen, die über Monate oder sogar Jahre bestehen können. Zu den bekannten Betroffenen zählen die Schauspielerin und Komikerin Roseanne Barr, der ehemalige US-Präsident Richard Nixon, der Schauspieler Robin Williams sowie die deutsche Schauspielerin Monika Baumgartner.

Die Behandlung der postherpetischen Neuralgie mit Botulinumtoxin ist eine gut verträgliche, lokal wirksame Therapieoption, insbesondere bei umschriebenen Schmerzarealen. Sie kann Schmerzen und Überempfindlichkeit reduzieren und so die Lebensqualität verbessern.

Wie wirkt Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin wird in das schmerzhafte Hautareal injiziert. Es wirkt nicht über die Muskulatur, sondern direkt an den Schmerzfasern. Dort hemmt es die Freisetzung von Botenstoffen, die an der Schmerzübertragung beteiligt sind, und reduziert die Überempfindlichkeit des Nervensystems. Dadurch kann es zu einer deutlichen Linderung der Schmerzen kommen.

Ablauf der Behandlung

Zunächst wird das schmerzhafte Areal genau abgegrenzt. Anschließend wird Botulinumtoxin mit sehr feinen Nadeln in mehreren kleinen Injektionen oberflächlich in die Haut eingebracht. Die Behandlung dauert je nach Größe des Areals etwa 10 bis 20 Minuten und ist in der Regel gut verträglich.

Wirkungseintritt und Wirkdauer

Die Wirkung setzt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ein. Viele Patienten berichten über eine deutliche Reduktion der Schmerzen und der Überempfindlichkeit. Die Wirkung hält in der Regel etwa drei Monate an, teilweise auch länger. Danach kann die Behandlung bei Bedarf wiederholt werden.

Verhalten vor und nach der Behandlung

Vor der Behandlung sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Nach der Injektion sollte das behandelte Areal für etwa 24 Stunden nicht massiert oder stark gereizt werden. Normale Alltagsaktivitäten sind möglich.

Nebenwirkungen

Die Behandlung ist in der Regel gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend, zum Beispiel lokale Schmerzen oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen. Da die Injektion oberflächlich erfolgt, kommen systemische Nebenwirkungen nicht vor.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Zur Behandlung der postherpetischen Neuralgie stehen verschiedene medikamentöse Therapien zur Verfügung, zum Beispiel Antidepressiva, Antikonvulsiva oder lokal wirksame Pflaster. Diese werden häufig als erste Therapie eingesetzt.