Botulinumtoxin beim Tennisarm
Epicondylitis humeri radialis
Die Epicondylitis humeri radialis, umgangssprachlich „Tennisarm”, ist eine schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens. Betroffen sind vor allem die Streckmuskeln des Unterarms, die für das Anheben der Hand und das Greifen verantwortlich sind. Typisch sind Schmerzen beim Greifen, Heben oder bei Drehbewegungen des Unterarms.
Die Beschwerden entstehen meist durch Überlastung, zum Beispiel durch wiederholte gleichförmige Bewegungen im Alltag oder Beruf. Es handelt sich weniger um eine klassische Entzündung als vielmehr um eine Reizung bzw. Überlastung des Sehnengewebes. Der Tennisarm ist eine häufige Erkrankung, insbesondere im mittleren Lebensalter. Viele Betroffene üben keine sportliche Tätigkeit aus; der Name ist daher etwas irreführend. Häufig sind berufliche Belastungen oder monotone Handbewegungen die Ursache.
Die Behandlung des Tennisarms mit Botulinumtoxin ist eine gezielte Therapieoption bei anhaltenden Beschwerden. Durch die vorübergehende Reduktion der Muskelaktivität kann die Sehne entlastet und der Schmerz reduziert werden. Die Behandlung kann in geeigneten Fällen zu einer deutlichen Besserung führen.
Wie wirkt Botulinumtoxin?
Botulinumtoxin wird gezielt in die überlasteten Unterarmmuskeln injiziert. Es reduziert dort vorübergehend die Muskelaktivität. Dadurch wird die Zugbelastung auf die gereizten Sehnenansätze vermindert, was zu einer Entlastung und Schmerzreduktion führen kann. Ziel ist eine vorübergehende „Schonung von innen”, ohne dass der Arm vollständig ruhiggestellt werden muss.
Ablauf der Behandlung
Nach Untersuchung und Festlegung der betroffenen Muskelgruppen wird Botulinumtoxin mit feinen Nadeln in die entsprechenden Muskeln injiziert. Häufig erfolgt die Injektion gezielt in die Streckmuskulatur des Unterarms. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel gut verträglich.
Wirkungseintritt und Wirkdauer
Die Wirkung setzt meist nach einigen Tagen ein, typischerweise innerhalb von drei bis fünf Tagen. Die maximale Wirkung wird nach etwa ein bis zwei Wochen erreicht. Die Schmerzen können sich in dieser Zeit deutlich bessern. Die Wirkung hält meist etwa zwei bis drei Monate an, teilweise auch länger.
Verhalten vor und nach der Behandlung
Vor der Behandlung sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Nach der Injektion sollte der Arm am Behandlungstag nicht übermäßig belastet werden. Im weiteren Verlauf ist eine Schonung des betroffenen Armes sinnvoll. Zusätzlich kann eine orale Therapie mit Kortisontabletten sinnvoll sein.
Nebenwirkungen
Die Behandlung ist in der Regel gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind lokale Schmerzen oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen. Häufig kommt es zu einer vorübergehenden Schwäche der behandelten Streckmuskulatur, was sich zum Beispiel in einer verminderten Kraft beim Greifen oder Heben äußern kann. Dieser Effekt ist Teil der gewünschten Wirkung, kann aber im Alltag spürbar sein. Die Veränderungen sind in der Regel vollständig reversibel.
Alternative Behandlungsmöglichkeiten
Die wichtigste Maßnahme beim Tennisarm ist zunächst die Entlastung des betroffenen Arms. Ergänzend sind eine Anpassung der Belastung im Alltag, physiotherapeutische Maßnahmen und bei Bedarf eine medikamentöse Schmerztherapie sinnvoll. In bestimmten Fällen können auch Bandagen oder lokale Injektionen eingesetzt werden.