Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis

Elektromyographie

Entitätsklasse: Method (MedicalTest)

Definition

Misst die elektrische Aktivität der Muskulatur direkt im Muskel – wichtig bei Muskelerkrankungen, Nervenwurzelreizungen und unklarer Muskelschwäche.

Abgrenzung

  • Ist keine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung; das EMG erfasst die Aktivität im Muskel selbst.
  • Ist keine bildgebende Untersuchung.
  • Ist keine therapeutische Maßnahme.

Fakten zum Verfahren

Bezeichnung
Elektromyographie
Abkürzung
EMG
Verfahren
Elektrophysiologische Funktionsdiagnostik der Skelettmuskulatur
Messprinzip
Erfassung elektrischer Muskelaktivität über eine in den Muskel eingeführte Nadelelektrode
Erfasste Zustände
Spontanaktivität in Ruhe, Aktivität bei willkürlicher Anspannung
Eingesetztes Material
Sterile Einwegnadel
Untersuchungsorte
Skelettmuskeln an Armen, Beinen, Rumpf
Dauer
20 bis 40 Minuten
Ambulant durchführbar
Ja
Strahlenbelastung
Keine
Anwendungsgebiete
Muskeldystrophien, Myositis, motorische Neuropathien, neuromuskuläre Erkrankungen, Radikulopathien, unklare Muskelschwäche, anhaltende Muskelkrämpfe
Kombinationen
Häufig mit Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) kombiniert
Vorbereitung
Klärung blutverdünnender Medikation; ggf. Pausierung in Absprache mit Hausarzt oder Kardiologen
Ausschluss / Anpassung
Bekannte Gerinnungsstörungen, Hautinfektionen im Untersuchungsbereich, Schrittmacher- oder Defibrillator-Träger
Häufige Nebenwirkungen
Kleines Hämatom oder leichter Muskelkater an der Einstichstelle
Schwere Komplikationen
Sehr selten

Häufige Fragen

Was ist die Elektromyographie (EMG)?

Die EMG ist ein elektrophysiologisches Verfahren zur Diagnostik von Muskel- und Nerv-Muskel-Erkrankungen. Über eine sehr dünne Nadelelektrode wird die elektrische Aktivität im Muskel gemessen.

Wann kommt das EMG zum Einsatz?

Das EMG wird bei Verdacht auf Muskelerkrankungen, motorische Neuropathien, neuromuskuläre Erkrankungen, Nervenwurzelreizungen oder unklare Muskelschwäche eingesetzt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Eine feine sterile Einwegnadel wird in den zu untersuchenden Muskel eingeführt. Die Aktivität wird in Ruhe und bei leichter Anspannung aufgezeichnet. Die Untersuchung dauert 20 bis 40 Minuten.

Ist das EMG schmerzhaft?

Der Einstich ist kurz unangenehm, vergleichbar mit einer Blutentnahme. Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Untersuchung als gut aushaltbar.

Welche Risiken bestehen?

Schwere Komplikationen sind ausgesprochen selten. Möglich sind kurzzeitig ein kleines Hämatom oder leichter Muskelkater. Bei blutverdünnender Medikation muss die Pausierung vorab geprüft werden.

Quellen und Referenzen

Meta-Daten

Status
Aktiv
Entitäts-ID
elektromyographie-procedure
Publikationsdatum
2026-04-18
Zuletzt geändert
2026-04-18
Zuletzt geprüft
2026-04-18
Standard
Grounding Page Standard v1.4