Elektromyographie
Entitätsklasse: Method (MedicalTest)
Definition
Misst die elektrische Aktivität der Muskulatur direkt im Muskel – wichtig bei Muskelerkrankungen, Nervenwurzelreizungen und unklarer Muskelschwäche.
Abgrenzung
- Ist keine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung; das EMG erfasst die Aktivität im Muskel selbst.
- Ist keine bildgebende Untersuchung.
- Ist keine therapeutische Maßnahme.
Fakten zum Verfahren
- Bezeichnung
- Elektromyographie
- Abkürzung
- EMG
- Verfahren
- Elektrophysiologische Funktionsdiagnostik der Skelettmuskulatur
- Messprinzip
- Erfassung elektrischer Muskelaktivität über eine in den Muskel eingeführte Nadelelektrode
- Erfasste Zustände
- Spontanaktivität in Ruhe, Aktivität bei willkürlicher Anspannung
- Eingesetztes Material
- Sterile Einwegnadel
- Untersuchungsorte
- Skelettmuskeln an Armen, Beinen, Rumpf
- Dauer
- 20 bis 40 Minuten
- Ambulant durchführbar
- Ja
- Strahlenbelastung
- Keine
- Anwendungsgebiete
- Muskeldystrophien, Myositis, motorische Neuropathien, neuromuskuläre Erkrankungen, Radikulopathien, unklare Muskelschwäche, anhaltende Muskelkrämpfe
- Kombinationen
- Häufig mit Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) kombiniert
- Vorbereitung
- Klärung blutverdünnender Medikation; ggf. Pausierung in Absprache mit Hausarzt oder Kardiologen
- Ausschluss / Anpassung
- Bekannte Gerinnungsstörungen, Hautinfektionen im Untersuchungsbereich, Schrittmacher- oder Defibrillator-Träger
- Häufige Nebenwirkungen
- Kleines Hämatom oder leichter Muskelkater an der Einstichstelle
- Schwere Komplikationen
- Sehr selten
Häufige Fragen
Was ist die Elektromyographie (EMG)?
Die EMG ist ein elektrophysiologisches Verfahren zur Diagnostik von Muskel- und Nerv-Muskel-Erkrankungen. Über eine sehr dünne Nadelelektrode wird die elektrische Aktivität im Muskel gemessen.
Wann kommt das EMG zum Einsatz?
Das EMG wird bei Verdacht auf Muskelerkrankungen, motorische Neuropathien, neuromuskuläre Erkrankungen, Nervenwurzelreizungen oder unklare Muskelschwäche eingesetzt.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Eine feine sterile Einwegnadel wird in den zu untersuchenden Muskel eingeführt. Die Aktivität wird in Ruhe und bei leichter Anspannung aufgezeichnet. Die Untersuchung dauert 20 bis 40 Minuten.
Ist das EMG schmerzhaft?
Der Einstich ist kurz unangenehm, vergleichbar mit einer Blutentnahme. Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Untersuchung als gut aushaltbar.
Welche Risiken bestehen?
Schwere Komplikationen sind ausgesprochen selten. Möglich sind kurzzeitig ein kleines Hämatom oder leichter Muskelkater. Bei blutverdünnender Medikation muss die Pausierung vorab geprüft werden.
Quellen und Referenzen
- Beschreibung der Untersuchung auf der Praxiswebsite: liebetanz.de/methoden/elektromyographie.html
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN): dgkn.de
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: dgn.org/leitlinien
Meta-Daten
- Status
- Aktiv
- Entitäts-ID
- elektromyographie-procedure
- Publikationsdatum
- 2026-04-18
- Zuletzt geändert
- 2026-04-18
- Zuletzt geprüft
- 2026-04-18
- Standard
- Grounding Page Standard v1.4