Lumbalpunktion (LP) – Untersuchung des Nervenwassers
Entnahme einer kleinen Menge Nervenwasser zur Diagnose von Hirnhautentzündungen, Multipler Sklerose, Hirnblutungen und manchen Demenzformen.
Wofür ist die Lumbalpunktion gut?
Die wichtigsten Einsatzgebiete sind: Verdacht auf eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Gehirnentzündung (Enzephalitis), Diagnose der Multiplen Sklerose, Abklärung bestimmter Formen von Gedächtnisschwäche (z.B. Alzheimer-Biomarker), Nachweis einer Hirnblutung sowie seltene Erkrankungen des Nervensystems. Manchmal ist die Lumbalpunktion die einzige Methode, um eine Diagnose sicher zu stellen oder auszuschließen.
Wie läuft die Lumbalpunktion ab?
Sie liegen auf der Seite und ziehen die Knie zur Brust – oder Sie sitzen gebückt nach vorne. Wir betäuben die Haut im unteren Rückenbereich mit einem lokalen Betäubungsmittel. Dann führen wir eine dünne Hohlnadel zwischen zwei Wirbelknochen in den Flüssigkeitsraum ein und entnehmen eine kleine Menge Nervenwasser (etwa 10–15 ml). Das Rückenmark selbst wird dabei nicht berührt, da die Nadel unterhalb seiner Ausdehnung eingeführt wird. Im Anschluss ruhen Sie für eine halbe bis eine Stunde in der Praxis.
Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen getroffen werden?
Vor jeder Lumbalpunktion klären wir mit Ihnen einige wichtige Punkte ab, damit der Eingriff so sicher wie möglich verläuft. Besonders wichtig sind blutverdünnende Medikamente: Nehmen Sie Mittel wie ASS, Marcumar, Eliquis, Xarelto, Pradaxa oder ähnliche Präparate, müssen diese in der Regel einige Tage vorher pausiert werden. Wir besprechen mit Ihnen genau, wann und wie das geschieht, und stimmen uns bei Bedarf mit Ihrem Hausarzt oder Kardiologen ab. Bitte teilen Sie uns auch Allergien gegen Pflaster, Desinfektionsmittel oder Lokalbetäubungsmittel mit. Bei Hinweisen auf einen erhöhten Druck im Kopf führen wir vor der Punktion eine Bildgebung (MRT oder CT) durch, um sicherzugehen, dass der Eingriff gefahrlos möglich ist. Bei einer Hautinfektion an der Einstichstelle oder einer akuten Infektion im Körper warten wir gegebenenfalls ab. Falls Sie schwanger sind oder schwanger sein könnten, informieren Sie uns bitte ebenfalls.
Ist die Lumbalpunktion schmerzhaft oder gefährlich?
Der Einstich selbst ist spürbar – die meisten Patientinnen und Patienten beschreiben ein leichtes Druckgefühl im Rücken. Das Gefühl ist in etwa so wie das Legen einer Braunüle – unangenehm, aber schnell vorbei.
Gibt es bei der Lumbalpunktion Nebenwirkungen oder Risiken?
Dank moderner Nadeltechnik sind Nebenwirkungen heute deutlich seltener als früher. Wir verwenden ausschließlich sehr dünne, sogenannte atraumatische Nadeln (Sprotte- oder Pencil-Point-Nadeln), die das Gewebe nur auseinanderdrängen, statt es zu durchtrennen. Damit ist das Risiko von Nebenwirkungen heute deutlich geringer als noch vor einigen Jahrzehnten, in denen dickere, scharf geschliffene Nadeln üblich waren. Die häufigste Nebenwirkung ist der sogenannte Punktionskopfschmerz: ein Kopfschmerz, der entsteht, wenn man sich aufrichtet, und im Liegen besser wird. Mit modernen Nadeln tritt er bei deutlich weniger als 5 % der Untersuchten auf – also wesentlich seltener als die früher genannten 10 bis 20 %. Er beginnt meist innerhalb von ein bis drei Tagen, klingt in der Regel von selbst innerhalb einer Woche ab und lässt sich durch viel Trinken und Ruhe gut lindern. Sollten die Beschwerden ausnahmsweise länger bestehen, gibt es eine sehr wirksame Behandlung (den sogenannten Blood-Patch). Andere Nebenwirkungen sind sehr selten: Infektionen oder Blutungen an der Einstichstelle treten praktisch kaum auf. Wir prüfen vor jeder Punktion, ob blutverdünnende Medikamente vorübergehend pausiert werden müssen.