Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis

Somatosensibel evozierte Potenziale (SEP)

Misst, wie schnell ein Berührungsreiz vom Arm oder Bein bis ins Gehirn weitergeleitet wird – aufschlussreich bei Multipler Sklerose und Rückenmarkerkrankungen.

Wofür sind die SEP gut?

Wir messen, wie schnell und vollständig ein Berührungsreiz vom Arm oder Bein durch das Rückenmark bis ins Gehirn weitergeleitet wird. Das ist besonders hilfreich bei der Diagnose der Multiplen Sklerose, bei der bestimmte Leitungsbahnen entzündet und verlangsamt sind – manchmal schon sehr früh, bevor die Beschwerden sich deutlich zeigen. Auch bei unklaren Taubheitsgefühlen, Kribbeln in Armen oder Beinen sowie bei Verdacht auf eine Rückenmarkerkrankung ist die Untersuchung aufschlussreich.

Wie läuft die Messung der SEP ab?

Wir befestigen kleine Elektroden auf Ihrer Kopfhaut sowie an Handgelenk oder Knöchel – das dauert ein paar Minuten und ist völlig schmerzfrei. Dann geben wir über die Elektroden am Arm oder Bein kurze, schwache elektrische Impulse ab. Das Gehirn antwortet auf jeden Impuls mit einem winzigen elektrischen Signal, das wir aufzeichnen. Je ruhiger Sie liegen, desto sauberer das Ergebnis. Die Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten.

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen getroffen werden?

Die SEP-Untersuchung erfordert kaum besondere Vorbereitungen. Wichtig ist, dass Sie uns vor der Messung mitteilen, wenn Sie einen Herzschrittmacher, einen implantierten Defibrillator oder einen Nervenstimulator tragen, damit wir die Untersuchung entsprechend anpassen können. Da die Elektroden auch auf der Kopfhaut befestigt werden, sollten Sie am Tag der Untersuchung möglichst frisch gewaschene Haare ohne Haarspray, Gel oder andere Stylingprodukte mitbringen. Das verbessert den Kontakt der Elektroden und damit die Qualität der Messung. Eine kleine Menge der verwendeten Elektrodenpaste kann nach der Untersuchung in den Haaren zurückbleiben, lässt sich aber problemlos auswaschen.

Ist die Untersuchung schmerzhaft oder gefährlich?

Die Impulse sind schwach und kurz – vergleichbar mit dem Kribbeln beim Anfassen einer aufgeladenen Türklinke. Unangenehm, aber harmlos. Eine Gefahr besteht nicht.

Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken?

Nein. Die Untersuchung ist vollkommen risikolos. Es gibt keine Strahlenbelastung, keine Medikamente und keine Nadeln. Sie können sofort nach der Untersuchung wieder Ihrem Alltag nachgehen. Patientinnen und Patienten mit einem Herzschrittmacher oder einem implantierten Defibrillator bitten wir, uns das vorher mitzuteilen.