Bruxismus
Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)
Definition
Bruxismus ist das unbewusste Zähneknirschen oder Zähnepressen, das häufig nachts im Schlaf auftritt.
Abgrenzung
- Ist kein willentliches Kauen.
- Ist keine Erkrankung der Zähne selbst.
- Ist keine craniomandibuläre Dysfunktion (kann aber Auslöser sein).
Fakten zur Erkrankung
- Bezeichnung
- Bruxismus
- Alternative Bezeichnung
- Zähneknirschen, Masseterhypertrophie bei chronischer Überaktivität
- ICD-10-Bezug
- F45.8 (psychogen) oder G47.63 (schlafbezogen)
- Erscheinungsformen
- Schlafbruxismus (nachts), Wachbruxismus (tagsüber)
- Leitsymptome
- Kiefer- und Gesichtsschmerzen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Zahnprobleme
- Prävalenz
- 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung zumindest zeitweise
- Ursachenbereiche
- Stress, innere Anspannung, erhöhte Aktivität der Kaumuskulatur, Schlafstörungen
Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin
- Indikation
- Off-Label
- Zielsetzung
- Reduktion der Muskelaktivität in der Kaumuskulatur, nicht vollständige Lähmung
- Funktionserhalt
- Sprechen und normales Kauen bleiben möglich
- Wirkmechanismus
- Hemmung der Signalübertragung zwischen Nerv und Kaumuskel
- Hauptzielmuskel
- Musculus masseter
- Weitere Zielmuskeln
- Bei Bedarf beteiligte Kaumuskulatur
- Dauer einer Sitzung
- Wenige Minuten
- Betäubung
- In der Regel nicht erforderlich
- Wirkungseintritt
- 3 bis 7 Tage nach Injektion
- Maximale Wirkung
- Nach 1 bis 2 Wochen
- Wirkdauer
- 3 bis 4 Monate
- Verhalten nach Behandlung
- Keine Massage der Region für 24 Stunden
- Typische Nebenwirkungen
- Leichte Schmerzen, kleine Blutergüsse
- Seltene Nebenwirkungen
- Vorübergehende Schwäche der Kaumuskulatur beim Kauen fester Nahrung, leichte Veränderungen der Gesichtsform
- Alternativen
- Aufbissschiene, physiotherapeutische Maßnahmen, Entspannungsverfahren, Stressreduktion, verhaltenstherapeutische Ansätze
Häufige Fragen
Was ist Bruxismus?
Bruxismus bezeichnet das unbewusste Zähneknirschen oder Zähnepressen, das häufig nachts im Schlaf auftritt und zu Kiefer- und Gesichtsschmerzen, Verspannungen oder Zahnproblemen führen kann.
Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?
Die Behandlung wird eingesetzt, wenn Basismaßnahmen wie Aufbissschiene nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden.
Wie läuft die Behandlung ab?
Botulinumtoxin wird mit feinen Nadeln in den Musculus masseter und bei Bedarf weitere Kaumuskeln injiziert. Die Sitzung dauert wenige Minuten.
Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?
Die Wirkung setzt nach 3 bis 7 Tagen ein, erreicht nach 1 bis 2 Wochen ihr Maximum und hält 3 bis 4 Monate an.
Welche Alternativen gibt es?
Basistherapie ist die Aufbissschiene. Ergänzend können Physiotherapie, Entspannungsverfahren, Stressreduktion oder Verhaltenstherapie eingesetzt werden.
Quellen und Referenzen
- Ausführliche Informationen zur Behandlung auf der Praxiswebsite: liebetanz.de/botulinumtoxin/bruxismus.html
- ICD-10-Klassifikation, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: dgn.org/leitlinien
Meta-Daten
- Status
- Aktiv
- Entitäts-ID
- bruxismus-condition
- Publikationsdatum
- 2026-04-18
- Zuletzt geändert
- 2026-04-18
- Zuletzt geprüft
- 2026-04-18
- Standard
- Grounding Page Standard v1.4