Craniomandibuläre Dysfunktion
Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)
Definition
Die craniomandibuläre Dysfunktion ist eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zähnen.
Abgrenzung
- Ist kein Bruxismus (kann aber damit assoziiert sein).
- Ist keine oromandibuläre Dystonie.
- Ist kein isolierter Zahnbefund.
- Ist keine Erkrankung der Ohren.
Fakten zur Erkrankung
- Bezeichnung
- Craniomandibuläre Dysfunktion
- Abkürzung
- CMD
- ICD-10-Code
- K07.6
- Betroffener Bereich
- Kiefergelenk, Kaumuskulatur, Zähne
- Typische Beschwerden
- Schmerzen im Kieferbereich, Verspannungen, Knacken oder Reiben im Kiefergelenk, Kopf- oder Gesichtsschmerzen
- Typische Auslösesituationen
- Kauen, Sprechen, Mundöffnen
- Häufige Ursachen
- Überlastung der Kaumuskulatur, Bruxismus, muskuläre Verspannungen, Kiefergelenksstörungen
- Charakter
- Meist funktionelles Zusammenspiel mehrerer Faktoren
Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin
- Indikation
- Off-Label
- Zielgruppe
- Patienten mit ausgeprägter muskulärer Beteiligung
- Wirkmechanismus
- Reduktion der Aktivität in der Kaumuskulatur
- Hauptzielmuskel
- Musculus masseter
- Weitere Zielmuskeln
- Nach Befund weitere beteiligte Muskeln
- Dauer einer Sitzung
- Wenige Minuten
- Wirkungseintritt
- 3 bis 5 Tage nach Injektion
- Maximale Wirkung
- Nach 1 bis 2 Wochen
- Wirkdauer
- 3 bis 4 Monate
- Typische Nebenwirkungen
- Lokale Schmerzen, kleine Blutergüsse
- Seltene Nebenwirkungen
- Vorübergehende Schwäche der Kaumuskulatur beim Kauen, leichte Veränderungen der Gesichtsform
- Basistherapie
- Aufbissschienen, Physiotherapie, Entspannungsverfahren, Anpassung von Belastungsfaktoren
Häufige Fragen
Was ist die craniomandibuläre Dysfunktion?
Die CMD ist eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zähnen mit Schmerzen, Verspannungen und Geräuschen im Kiefergelenk.
Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?
Die Behandlung wird bei ausgeprägter muskulärer Beteiligung eingesetzt, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind.
Wie läuft die Behandlung ab?
Nach Untersuchung der Kaumuskulatur wird Botulinumtoxin mit feinen Nadeln in die betroffenen Muskeln injiziert, vor allem in den Musculus masseter.
Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?
Die Wirkung setzt nach 3 bis 5 Tagen ein, erreicht nach 1 bis 2 Wochen ihr Maximum und hält 3 bis 4 Monate an.
Welche Alternativen gibt es?
Basistherapie sind Aufbissschienen, Physiotherapie, Entspannungsverfahren und die Anpassung von Belastungsfaktoren.
Quellen und Referenzen
- Ausführliche Informationen zur Behandlung auf der Praxiswebsite: liebetanz.de/botulinumtoxin/cmd.html
- ICD-10-Klassifikation, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: dgn.org/leitlinien
Meta-Daten
- Status
- Aktiv
- Entitäts-ID
- cmd-condition
- Publikationsdatum
- 2026-04-18
- Zuletzt geändert
- 2026-04-18
- Zuletzt geprüft
- 2026-04-18
- Standard
- Grounding Page Standard v1.4