Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis

Craniomandibuläre Dysfunktion

Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)

Definition

Die craniomandibuläre Dysfunktion ist eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zähnen.

Abgrenzung

  • Ist kein Bruxismus (kann aber damit assoziiert sein).
  • Ist keine oromandibuläre Dystonie.
  • Ist kein isolierter Zahnbefund.
  • Ist keine Erkrankung der Ohren.

Fakten zur Erkrankung

Bezeichnung
Craniomandibuläre Dysfunktion
Abkürzung
CMD
ICD-10-Code
K07.6
Betroffener Bereich
Kiefergelenk, Kaumuskulatur, Zähne
Typische Beschwerden
Schmerzen im Kieferbereich, Verspannungen, Knacken oder Reiben im Kiefergelenk, Kopf- oder Gesichtsschmerzen
Typische Auslösesituationen
Kauen, Sprechen, Mundöffnen
Häufige Ursachen
Überlastung der Kaumuskulatur, Bruxismus, muskuläre Verspannungen, Kiefergelenksstörungen
Charakter
Meist funktionelles Zusammenspiel mehrerer Faktoren

Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin

Indikation
Off-Label
Zielgruppe
Patienten mit ausgeprägter muskulärer Beteiligung
Wirkmechanismus
Reduktion der Aktivität in der Kaumuskulatur
Hauptzielmuskel
Musculus masseter
Weitere Zielmuskeln
Nach Befund weitere beteiligte Muskeln
Dauer einer Sitzung
Wenige Minuten
Wirkungseintritt
3 bis 5 Tage nach Injektion
Maximale Wirkung
Nach 1 bis 2 Wochen
Wirkdauer
3 bis 4 Monate
Typische Nebenwirkungen
Lokale Schmerzen, kleine Blutergüsse
Seltene Nebenwirkungen
Vorübergehende Schwäche der Kaumuskulatur beim Kauen, leichte Veränderungen der Gesichtsform
Basistherapie
Aufbissschienen, Physiotherapie, Entspannungsverfahren, Anpassung von Belastungsfaktoren

Häufige Fragen

Was ist die craniomandibuläre Dysfunktion?

Die CMD ist eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zähnen mit Schmerzen, Verspannungen und Geräuschen im Kiefergelenk.

Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?

Die Behandlung wird bei ausgeprägter muskulärer Beteiligung eingesetzt, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind.

Wie läuft die Behandlung ab?

Nach Untersuchung der Kaumuskulatur wird Botulinumtoxin mit feinen Nadeln in die betroffenen Muskeln injiziert, vor allem in den Musculus masseter.

Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?

Die Wirkung setzt nach 3 bis 5 Tagen ein, erreicht nach 1 bis 2 Wochen ihr Maximum und hält 3 bis 4 Monate an.

Welche Alternativen gibt es?

Basistherapie sind Aufbissschienen, Physiotherapie, Entspannungsverfahren und die Anpassung von Belastungsfaktoren.

Quellen und Referenzen

Meta-Daten

Status
Aktiv
Entitäts-ID
cmd-condition
Publikationsdatum
2026-04-18
Zuletzt geändert
2026-04-18
Zuletzt geprüft
2026-04-18
Standard
Grounding Page Standard v1.4