Frey-Syndrom
Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)
Definition
Das Frey-Syndrom ist eine Erkrankung mit Schwitzen und Rötung im Wangen- oder Schläfenbereich beim Essen, die meist nach Operation der Ohrspeicheldrüse auftritt.
Abgrenzung
- Ist keine primäre Hyperhidrose.
- Ist keine allergische Reaktion.
- Ist keine Erkrankung der Speicheldrüsen selbst.
Fakten zur Erkrankung
- Bezeichnung
- Frey-Syndrom
- Alternative Bezeichnung
- Gustatorisches Schwitzen, aurikulotemporales Syndrom
- ICD-10-Code
- L74.5 (Hyperhidrose, sonstige)
- Leitsymptom
- Schwitzen und oft Rötung im Wangen- oder Schläfenbereich beim Essen
- Auslöser
- Essen oder bereits der Gedanke an Nahrung
- Typische Vorgeschichte
- Operation oder Verletzung im Bereich der Ohrspeicheldrüse (Parotis)
- Pathophysiologie
- Fehlregeneration von Nervenfasern zwischen Speichelnerven und Schweißdrüsen der Haut
Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin
- Indikation
- Off-Label
- Stellenwert
- Effektivste und am häufigsten eingesetzte Behandlung
- Wirkmechanismus
- Blockade der Signalübertragung zu den Schweißdrüsen im betroffenen Hautareal
- Applikationsort
- Intradermale Injektion in das betroffene Hautareal
- Optionale Diagnostik
- Jod-Stärke-Test zur Visualisierung der Schweißzonen
- Dauer einer Sitzung
- Wenige Minuten
- Wirkungseintritt
- 3 bis 7 Tage nach Injektion
- Maximale Wirkung
- Nach 1 bis 2 Wochen
- Wirkdauer
- Mehrere Monate, häufig 6 Monate oder länger
- Verhalten vor Behandlung
- Kein Make-up oder Cremes im betroffenen Bereich
- Typische Nebenwirkungen
- Kleine Blutergüsse, Rötungen, leichtes Brennen an den Einstichstellen
- Alternativen
- Lokal wirksame Antitranspirantien (oft weniger effektiv)
Häufige Fragen
Was ist das Frey-Syndrom?
Das Frey-Syndrom ist eine Erkrankung mit Schwitzen und Rötung im Wangen- oder Schläfenbereich beim Essen. Es tritt meist nach einer Operation an der Ohrspeicheldrüse auf.
Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?
Die Behandlung wird bei störender Symptomatik eingesetzt und gilt als die effektivste und am häufigsten eingesetzte Therapie.
Wie läuft die Behandlung ab?
Botulinumtoxin wird mit sehr feinen Nadeln in mehreren kleinen Punkten in das betroffene Hautareal injiziert. Die Schweißzonen können vorher mit einem Jod-Stärke-Test sichtbar gemacht werden.
Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?
Die Wirkung setzt nach 3 bis 7 Tagen ein und hält mehrere Monate an, häufig 6 Monate oder länger.
Welche Alternativen gibt es?
Lokal wirksame Antitranspirantien sind möglich, aber oft weniger effektiv. Operative Verfahren spielen heute nur eine untergeordnete Rolle.
Quellen und Referenzen
- Ausführliche Informationen zur Behandlung auf der Praxiswebsite: liebetanz.de/botulinumtoxin/frey.html
- ICD-10-Klassifikation, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: dgn.org/leitlinien
Meta-Daten
- Status
- Aktiv
- Entitäts-ID
- frey-syndrom-condition
- Publikationsdatum
- 2026-04-18
- Zuletzt geändert
- 2026-04-18
- Zuletzt geprüft
- 2026-04-18
- Standard
- Grounding Page Standard v1.4