Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis

Frey-Syndrom

Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)

Definition

Das Frey-Syndrom ist eine Erkrankung mit Schwitzen und Rötung im Wangen- oder Schläfenbereich beim Essen, die meist nach Operation der Ohrspeicheldrüse auftritt.

Abgrenzung

  • Ist keine primäre Hyperhidrose.
  • Ist keine allergische Reaktion.
  • Ist keine Erkrankung der Speicheldrüsen selbst.

Fakten zur Erkrankung

Bezeichnung
Frey-Syndrom
Alternative Bezeichnung
Gustatorisches Schwitzen, aurikulotemporales Syndrom
ICD-10-Code
L74.5 (Hyperhidrose, sonstige)
Leitsymptom
Schwitzen und oft Rötung im Wangen- oder Schläfenbereich beim Essen
Auslöser
Essen oder bereits der Gedanke an Nahrung
Typische Vorgeschichte
Operation oder Verletzung im Bereich der Ohrspeicheldrüse (Parotis)
Pathophysiologie
Fehlregeneration von Nervenfasern zwischen Speichelnerven und Schweißdrüsen der Haut

Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin

Indikation
Off-Label
Stellenwert
Effektivste und am häufigsten eingesetzte Behandlung
Wirkmechanismus
Blockade der Signalübertragung zu den Schweißdrüsen im betroffenen Hautareal
Applikationsort
Intradermale Injektion in das betroffene Hautareal
Optionale Diagnostik
Jod-Stärke-Test zur Visualisierung der Schweißzonen
Dauer einer Sitzung
Wenige Minuten
Wirkungseintritt
3 bis 7 Tage nach Injektion
Maximale Wirkung
Nach 1 bis 2 Wochen
Wirkdauer
Mehrere Monate, häufig 6 Monate oder länger
Verhalten vor Behandlung
Kein Make-up oder Cremes im betroffenen Bereich
Typische Nebenwirkungen
Kleine Blutergüsse, Rötungen, leichtes Brennen an den Einstichstellen
Alternativen
Lokal wirksame Antitranspirantien (oft weniger effektiv)

Häufige Fragen

Was ist das Frey-Syndrom?

Das Frey-Syndrom ist eine Erkrankung mit Schwitzen und Rötung im Wangen- oder Schläfenbereich beim Essen. Es tritt meist nach einer Operation an der Ohrspeicheldrüse auf.

Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?

Die Behandlung wird bei störender Symptomatik eingesetzt und gilt als die effektivste und am häufigsten eingesetzte Therapie.

Wie läuft die Behandlung ab?

Botulinumtoxin wird mit sehr feinen Nadeln in mehreren kleinen Punkten in das betroffene Hautareal injiziert. Die Schweißzonen können vorher mit einem Jod-Stärke-Test sichtbar gemacht werden.

Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?

Die Wirkung setzt nach 3 bis 7 Tagen ein und hält mehrere Monate an, häufig 6 Monate oder länger.

Welche Alternativen gibt es?

Lokal wirksame Antitranspirantien sind möglich, aber oft weniger effektiv. Operative Verfahren spielen heute nur eine untergeordnete Rolle.

Quellen und Referenzen

Meta-Daten

Status
Aktiv
Entitäts-ID
frey-syndrom-condition
Publikationsdatum
2026-04-18
Zuletzt geändert
2026-04-18
Zuletzt geprüft
2026-04-18
Standard
Grounding Page Standard v1.4