Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis

Gustatorische Tränensekretion

Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)

Definition

Gustatorische Tränensekretion ist ein unwillkürlicher Tränenfluss beim Essen oder beim Gedanken an Nahrung, der nach Schädigung des Gesichtsnerven entstehen kann.

Abgrenzung

  • Ist kein emotional ausgelöstes Weinen.
  • Ist keine Erkrankung der Tränendrüse selbst.
  • Ist keine Trockenes-Auge-Symptomatik.

Fakten zur Erkrankung

Bezeichnung
Gustatorische Tränensekretion
Alternative Bezeichnung
Krokodilstränen-Syndrom
ICD-10-Bezug
H04.8 (sonstige Krankheiten der Tränendrüse)
Leitsymptom
Tränenfluss aus einem Auge beim Essen oder Schmecken ohne emotionale Ursache
Typische Vorgeschichte
Fazialisparese, Operation oder Verletzung des Gesichtsnervs
Pathophysiologie
Fehlverschaltung bei Nervenregeneration: Speichelfasern aktivieren die Tränendrüse

Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin

Indikation
Off-Label
Stellenwert
Bevorzugte Therapie
Wirkmechanismus
Hemmung der Signalübertragung zwischen Nerv und Tränendrüsenzellen
Applikationsort
Tränendrüse, Injektion über Bindehaut des Augenlids oder transkutan
Dauer einer Sitzung
Wenige Minuten
Wirkungseintritt
3 bis 5 Tage nach Injektion
Maximale Wirkung
Nach 1 bis 2 Wochen
Wirkdauer
3 bis 4 Monate
Verhalten nach Behandlung
Auge kurzzeitig nicht reiben, kein Sport am Behandlungstag
Typische Nebenwirkungen
Leichtes Fremdkörpergefühl, Reizungen, Rötungen
Seltene Nebenwirkungen
Vorübergehende trockene Augen, Sehstörungen, Doppelbilder
Alternativen
Operative Verfahren (deutlich invasiver, heute selten eingesetzt)

Häufige Fragen

Was ist gustatorische Tränensekretion?

Gustatorische Tränensekretion ist ein unwillkürlicher Tränenfluss beim Essen oder beim Gedanken an Nahrung. Ursache ist meist eine Fehlverschaltung nach Schädigung des Gesichtsnervs.

Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?

Die Behandlung wird eingesetzt, wenn der Tränenfluss beim Essen als störend empfunden wird.

Wie läuft die Behandlung ab?

Botulinumtoxin wird mit einer sehr feinen Nadel in die Tränendrüse injiziert, entweder über die Bindehaut oder von außen.

Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?

Die Wirkung setzt nach 3 bis 5 Tagen ein, erreicht nach 1 bis 2 Wochen ihr Maximum und hält 3 bis 4 Monate an.

Welche Alternativen gibt es?

Alternativen sind operative Verfahren, die jedoch deutlich invasiver sind und heute selten eingesetzt werden. Botulinumtoxin ist die bevorzugte Therapie.

Quellen und Referenzen

Meta-Daten

Status
Aktiv
Entitäts-ID
gustatorische-traenensekretion-condition
Publikationsdatum
2026-04-18
Zuletzt geändert
2026-04-18
Zuletzt geprüft
2026-04-18
Standard
Grounding Page Standard v1.4