Gustatorische Tränensekretion
Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)
Definition
Gustatorische Tränensekretion ist ein unwillkürlicher Tränenfluss beim Essen oder beim Gedanken an Nahrung, der nach Schädigung des Gesichtsnerven entstehen kann.
Abgrenzung
- Ist kein emotional ausgelöstes Weinen.
- Ist keine Erkrankung der Tränendrüse selbst.
- Ist keine Trockenes-Auge-Symptomatik.
Fakten zur Erkrankung
- Bezeichnung
- Gustatorische Tränensekretion
- Alternative Bezeichnung
- Krokodilstränen-Syndrom
- ICD-10-Bezug
- H04.8 (sonstige Krankheiten der Tränendrüse)
- Leitsymptom
- Tränenfluss aus einem Auge beim Essen oder Schmecken ohne emotionale Ursache
- Typische Vorgeschichte
- Fazialisparese, Operation oder Verletzung des Gesichtsnervs
- Pathophysiologie
- Fehlverschaltung bei Nervenregeneration: Speichelfasern aktivieren die Tränendrüse
Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin
- Indikation
- Off-Label
- Stellenwert
- Bevorzugte Therapie
- Wirkmechanismus
- Hemmung der Signalübertragung zwischen Nerv und Tränendrüsenzellen
- Applikationsort
- Tränendrüse, Injektion über Bindehaut des Augenlids oder transkutan
- Dauer einer Sitzung
- Wenige Minuten
- Wirkungseintritt
- 3 bis 5 Tage nach Injektion
- Maximale Wirkung
- Nach 1 bis 2 Wochen
- Wirkdauer
- 3 bis 4 Monate
- Verhalten nach Behandlung
- Auge kurzzeitig nicht reiben, kein Sport am Behandlungstag
- Typische Nebenwirkungen
- Leichtes Fremdkörpergefühl, Reizungen, Rötungen
- Seltene Nebenwirkungen
- Vorübergehende trockene Augen, Sehstörungen, Doppelbilder
- Alternativen
- Operative Verfahren (deutlich invasiver, heute selten eingesetzt)
Häufige Fragen
Was ist gustatorische Tränensekretion?
Gustatorische Tränensekretion ist ein unwillkürlicher Tränenfluss beim Essen oder beim Gedanken an Nahrung. Ursache ist meist eine Fehlverschaltung nach Schädigung des Gesichtsnervs.
Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?
Die Behandlung wird eingesetzt, wenn der Tränenfluss beim Essen als störend empfunden wird.
Wie läuft die Behandlung ab?
Botulinumtoxin wird mit einer sehr feinen Nadel in die Tränendrüse injiziert, entweder über die Bindehaut oder von außen.
Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?
Die Wirkung setzt nach 3 bis 5 Tagen ein, erreicht nach 1 bis 2 Wochen ihr Maximum und hält 3 bis 4 Monate an.
Welche Alternativen gibt es?
Alternativen sind operative Verfahren, die jedoch deutlich invasiver sind und heute selten eingesetzt werden. Botulinumtoxin ist die bevorzugte Therapie.
Quellen und Referenzen
- Ausführliche Informationen zur Behandlung auf der Praxiswebsite: liebetanz.de/botulinumtoxin/traenensekretion.html
- ICD-10-Klassifikation, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: dgn.org/leitlinien
Meta-Daten
- Status
- Aktiv
- Entitäts-ID
- gustatorische-traenensekretion-condition
- Publikationsdatum
- 2026-04-18
- Zuletzt geändert
- 2026-04-18
- Zuletzt geprüft
- 2026-04-18
- Standard
- Grounding Page Standard v1.4