Neuropathische Schmerzen
Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)
Definition
Neuropathische Schmerzen entstehen durch eine Schädigung oder Funktionsstörung von Nerven, nicht durch Gewebeschäden oder Entzündungen.
Abgrenzung
- Sind keine nozizeptiven (gewebebedingten) Schmerzen.
- Sind keine psychogenen Schmerzen.
- Sind keine akuten Verletzungsschmerzen.
Fakten zur Erkrankung
- Bezeichnung
- Neuropathische Schmerzen
- ICD-10-Bezug
- G50–G64 je nach betroffenem Nerv
- Ursache
- Schädigung oder Funktionsstörung peripherer oder zentraler Nerven
- Typische Schmerzcharakteristik
- Brennend, stechend, elektrisierend, einschießend
- Typische Begleitsymptome
- Überempfindlichkeit bei leichter Berührung (Allodynie)
- Häufige Ursachen
- Polyneuropathien, Nervenschädigung nach Operation, Bandscheibenvorfälle, Gürtelrose
- Prävalenz in der Bevölkerung
- 6 bis 8 Prozent
- Häufige Grunderkrankung
- Diabetes mellitus
Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin
- Indikation
- Off-Label
- Wirkmechanismus
- Direkte Wirkung an Schmerzfasern, Hemmung der Freisetzung von Botenstoffen der Schmerzübertragung und Entzündungsreaktion
- Applikationsort
- Lokal im schmerzhaften Hautareal, oberflächliche intradermale Injektion
- Dauer einer Sitzung
- 10 bis 20 Minuten
- Wirkungseintritt
- 1 bis 2 Wochen
- Wirkdauer
- Etwa 3 Monate
- Verhalten nach Behandlung
- Keine Massage oder starke Reizung der Region für 24 Stunden
- Typische Nebenwirkungen
- Leichte Schmerzen, kleine Blutergüsse
- Seltene Nebenwirkungen
- Vorübergehende lokale Muskelschwäche bei tief gelegenen Strukturen
- Einordnung im Stufenschema
- Reservetherapie bei unzureichender Wirksamkeit oder Unverträglichkeit medikamentöser Standardtherapien
- Alternativen
- Antidepressiva, Antikonvulsiva, physikalische Therapien, Verhaltenstherapie
Häufige Fragen
Was sind neuropathische Schmerzen?
Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigung oder Funktionsstörung von Nerven. Sie werden häufig als brennend, stechend oder elektrisierend beschrieben und gehen oft mit Überempfindlichkeit einher.
Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?
Die Behandlung wird erwogen, wenn medikamentöse Standardtherapien nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden, insbesondere bei umschriebenen Schmerzarealen.
Wie läuft die Behandlung ab?
Botulinumtoxin wird mit sehr feinen Nadeln in mehreren kleinen Injektionen oberflächlich in die Haut des schmerzhaften Areals eingebracht. Die Sitzung dauert 10 bis 20 Minuten.
Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?
Die Wirkung setzt innerhalb von 1 bis 2 Wochen ein und hält etwa 3 Monate an.
Welche Alternativen gibt es?
Standardtherapie sind Antidepressiva und Antikonvulsiva. Ergänzend können physikalische Therapien, Verhaltenstherapie und spezielle Schmerztherapieverfahren eingesetzt werden.
Quellen und Referenzen
- Ausführliche Informationen zur Behandlung auf der Praxiswebsite: liebetanz.de/botulinumtoxin/neuropathie.html
- ICD-10-Klassifikation, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: dgn.org/leitlinien
Meta-Daten
- Status
- Aktiv
- Entitäts-ID
- neuropathische-schmerzen-condition
- Publikationsdatum
- 2026-04-18
- Zuletzt geändert
- 2026-04-18
- Zuletzt geprüft
- 2026-04-18
- Standard
- Grounding Page Standard v1.4