Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis

Neuropathische Schmerzen

Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)

Definition

Neuropathische Schmerzen entstehen durch eine Schädigung oder Funktionsstörung von Nerven, nicht durch Gewebeschäden oder Entzündungen.

Abgrenzung

  • Sind keine nozizeptiven (gewebebedingten) Schmerzen.
  • Sind keine psychogenen Schmerzen.
  • Sind keine akuten Verletzungsschmerzen.

Fakten zur Erkrankung

Bezeichnung
Neuropathische Schmerzen
ICD-10-Bezug
G50–G64 je nach betroffenem Nerv
Ursache
Schädigung oder Funktionsstörung peripherer oder zentraler Nerven
Typische Schmerzcharakteristik
Brennend, stechend, elektrisierend, einschießend
Typische Begleitsymptome
Überempfindlichkeit bei leichter Berührung (Allodynie)
Häufige Ursachen
Polyneuropathien, Nervenschädigung nach Operation, Bandscheibenvorfälle, Gürtelrose
Prävalenz in der Bevölkerung
6 bis 8 Prozent
Häufige Grunderkrankung
Diabetes mellitus

Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin

Indikation
Off-Label
Wirkmechanismus
Direkte Wirkung an Schmerzfasern, Hemmung der Freisetzung von Botenstoffen der Schmerzübertragung und Entzündungsreaktion
Applikationsort
Lokal im schmerzhaften Hautareal, oberflächliche intradermale Injektion
Dauer einer Sitzung
10 bis 20 Minuten
Wirkungseintritt
1 bis 2 Wochen
Wirkdauer
Etwa 3 Monate
Verhalten nach Behandlung
Keine Massage oder starke Reizung der Region für 24 Stunden
Typische Nebenwirkungen
Leichte Schmerzen, kleine Blutergüsse
Seltene Nebenwirkungen
Vorübergehende lokale Muskelschwäche bei tief gelegenen Strukturen
Einordnung im Stufenschema
Reservetherapie bei unzureichender Wirksamkeit oder Unverträglichkeit medikamentöser Standardtherapien
Alternativen
Antidepressiva, Antikonvulsiva, physikalische Therapien, Verhaltenstherapie

Häufige Fragen

Was sind neuropathische Schmerzen?

Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigung oder Funktionsstörung von Nerven. Sie werden häufig als brennend, stechend oder elektrisierend beschrieben und gehen oft mit Überempfindlichkeit einher.

Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?

Die Behandlung wird erwogen, wenn medikamentöse Standardtherapien nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden, insbesondere bei umschriebenen Schmerzarealen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Botulinumtoxin wird mit sehr feinen Nadeln in mehreren kleinen Injektionen oberflächlich in die Haut des schmerzhaften Areals eingebracht. Die Sitzung dauert 10 bis 20 Minuten.

Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?

Die Wirkung setzt innerhalb von 1 bis 2 Wochen ein und hält etwa 3 Monate an.

Welche Alternativen gibt es?

Standardtherapie sind Antidepressiva und Antikonvulsiva. Ergänzend können physikalische Therapien, Verhaltenstherapie und spezielle Schmerztherapieverfahren eingesetzt werden.

Quellen und Referenzen

Meta-Daten

Status
Aktiv
Entitäts-ID
neuropathische-schmerzen-condition
Publikationsdatum
2026-04-18
Zuletzt geändert
2026-04-18
Zuletzt geprüft
2026-04-18
Standard
Grounding Page Standard v1.4