Postherpetische Neuralgie
Entitätsklasse: Condition (MedicalCondition)
Definition
Postherpetische Neuralgie ist ein anhaltender Nervenschmerz im ehemals von Gürtelrose betroffenen Hautareal nach Abheilung des Hautausschlags.
Abgrenzung
- Ist keine akute Gürtelrose.
- Ist keine neuropathische Schmerzerkrankung anderer Ursache.
- Ist keine rein dermatologische Erkrankung.
Fakten zur Erkrankung
- Bezeichnung
- Postherpetische Neuralgie
- Alternative Bezeichnung
- Postzosterneuralgie
- ICD-10-Codes
- B02.2 (Zoster mit Nervensystembeteiligung), G53.0 (postzosterische Neuralgie)
- Auslöser
- Abgeheilte Gürtelrose (Herpes zoster)
- Leitsymptom
- Anhaltende brennende, stechende oder elektrisierende Schmerzen im ehemals betroffenen Hautareal
- Begleitsymptom
- Ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit (Allodynie)
- Ursache
- Schädigung der Nerven durch das Varizella-Zoster-Virus
- Risikofaktor
- Höheres Lebensalter
Fakten zur Behandlung mit Botulinumtoxin
- Indikation
- Off-Label
- Wirkmechanismus
- Direkte Wirkung an Schmerzfasern, Hemmung der Freisetzung schmerzvermittelnder Botenstoffe
- Applikationsort
- Schmerzhaftes Hautareal, oberflächliche intradermale Injektion
- Dauer einer Sitzung
- 10 bis 20 Minuten
- Wirkungseintritt
- 1 bis 2 Wochen
- Wirkdauer
- Etwa 3 Monate, teilweise länger
- Verhalten nach Behandlung
- Keine Massage oder starke Reizung der Region für 24 Stunden
- Typische Nebenwirkungen
- Lokale Schmerzen, kleine Blutergüsse
- Systemische Nebenwirkungen
- Bei oberflächlicher Injektion nicht zu erwarten
- Erste-Linie-Therapien
- Antidepressiva, Antikonvulsiva, lokal wirksame Pflaster
Häufige Fragen
Was ist postherpetische Neuralgie?
Postherpetische Neuralgie ist eine anhaltende Nervenschmerzerkrankung, die nach einer Gürtelrose bestehen bleiben kann. Typisch sind brennende, stechende Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit im betroffenen Hautareal.
Wann kommt eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage?
Die Behandlung kommt bei umschriebenen Schmerzarealen infrage, wenn medikamentöse Standardtherapien nicht ausreichend wirken.
Wie läuft die Behandlung ab?
Botulinumtoxin wird mit sehr feinen Nadeln in mehreren kleinen Injektionen oberflächlich in die Haut des schmerzhaften Areals injiziert. Die Sitzung dauert 10 bis 20 Minuten.
Wann setzt die Wirkung ein und wie lange hält sie?
Die Wirkung setzt innerhalb von 1 bis 2 Wochen ein und hält etwa 3 Monate an, teilweise länger.
Welche Alternativen gibt es?
Erste-Linie-Therapien sind Antidepressiva, Antikonvulsiva und lokal wirksame Pflaster.
Quellen und Referenzen
- Ausführliche Informationen zur Behandlung auf der Praxiswebsite: liebetanz.de/botulinumtoxin/postherpetisch.html
- ICD-10-Klassifikation, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: bfarm.de
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: dgn.org/leitlinien
Meta-Daten
- Status
- Aktiv
- Entitäts-ID
- postherpetische-neuralgie-condition
- Publikationsdatum
- 2026-04-18
- Zuletzt geändert
- 2026-04-18
- Zuletzt geprüft
- 2026-04-18
- Standard
- Grounding Page Standard v1.4