Prof. Dr. David Liebetanz - Neurologische Privatpraxis

Somatosensibel evozierte Potenziale

Entitätsklasse: Method (MedicalTest)

Definition

Misst, wie schnell ein Berührungsreiz vom Arm oder Bein bis ins Gehirn weitergeleitet wird – aufschlussreich bei Multipler Sklerose und Rückenmarkerkrankungen.

Abgrenzung

  • Ist kein Elektroenzephalogramm im klassischen Sinn; gemessen werden gezielt evozierte Antworten auf Reize.
  • Ist keine motorische Untersuchung; gemessen wird die sensible Leitung.
  • Ist keine bildgebende Untersuchung.

Fakten zum Verfahren

Bezeichnung
Somatosensibel evozierte Potenziale
Abkürzung
SEP
Verfahren
Elektrophysiologische Funktionsdiagnostik der somatosensiblen Leitungsbahnen
Messprinzip
Stimulation peripherer Nerven, Ableitung der Antwortpotenziale über der Kopfhaut
Erfasste Leitungsabschnitte
Periphere Nerven, Rückenmark, somatosensorischer Kortex
Messgrößen
Latenz und Amplitude evozierter Antwortpotenziale
Stimulationsorte
Handgelenk (Nervus medianus), Knöchel (Nervus tibialis)
Dauer
20 bis 30 Minuten
Ambulant durchführbar
Ja
Strahlenbelastung
Keine
Anwendungsgebiete
Multiple Sklerose, Rückenmarkerkrankungen, Polyneuropathien, unklare Sensibilitätsstörungen
Besonderheit bei MS
Leitungsverzögerungen oft schon vor klinischer Manifestation nachweisbar
Vorbereitung
Frisch gewaschene Haare ohne Stylingprodukte
Ausschluss / Anpassung
Träger von Herzschrittmacher, Defibrillator oder Nervenstimulator
Risikoprofil
Risikofrei

Häufige Fragen

Was sind somatosensibel evozierte Potenziale?

Die SEP sind elektrische Antworten des Gehirns auf wiederholte Stimulationen peripherer Nerven. Gemessen werden Latenz und Amplitude der Antworten zur Beurteilung der Leitungsfunktion entlang der somatosensiblen Bahn.

Wann kommen die SEP zum Einsatz?

Die SEP werden bei Verdacht auf Multiple Sklerose, bei unklaren Sensibilitätsstörungen sowie bei Verdacht auf Rückenmarkerkrankungen eingesetzt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Elektroden werden an der Kopfhaut sowie am Handgelenk oder Knöchel angebracht. Über die peripheren Elektroden werden kurze elektrische Impulse abgegeben; die Antworten an der Kopfhaut werden aufgezeichnet. Die Untersuchung dauert 20 bis 30 Minuten.

Ist die Messung schmerzhaft?

Die Impulse werden als kurzes Kribbeln empfunden, vergleichbar mit einer statischen Entladung. Es entsteht keine Gefahr.

Welche Risiken bestehen?

Keine. Es gibt keine Strahlenbelastung, keine Nadeln und keine Medikamente. Bei Trägern eines Schrittmachers, Defibrillators oder Nervenstimulators wird das Verfahren angepasst.

Quellen und Referenzen

Meta-Daten

Status
Aktiv
Entitäts-ID
somatosensibel-evozierte-potenziale-procedure
Publikationsdatum
2026-04-18
Zuletzt geändert
2026-04-18
Zuletzt geprüft
2026-04-18
Standard
Grounding Page Standard v1.4