Somatosensibel evozierte Potenziale
Entitätsklasse: Method (MedicalTest)
Definition
Misst, wie schnell ein Berührungsreiz vom Arm oder Bein bis ins Gehirn weitergeleitet wird – aufschlussreich bei Multipler Sklerose und Rückenmarkerkrankungen.
Abgrenzung
- Ist kein Elektroenzephalogramm im klassischen Sinn; gemessen werden gezielt evozierte Antworten auf Reize.
- Ist keine motorische Untersuchung; gemessen wird die sensible Leitung.
- Ist keine bildgebende Untersuchung.
Fakten zum Verfahren
- Bezeichnung
- Somatosensibel evozierte Potenziale
- Abkürzung
- SEP
- Verfahren
- Elektrophysiologische Funktionsdiagnostik der somatosensiblen Leitungsbahnen
- Messprinzip
- Stimulation peripherer Nerven, Ableitung der Antwortpotenziale über der Kopfhaut
- Erfasste Leitungsabschnitte
- Periphere Nerven, Rückenmark, somatosensorischer Kortex
- Messgrößen
- Latenz und Amplitude evozierter Antwortpotenziale
- Stimulationsorte
- Handgelenk (Nervus medianus), Knöchel (Nervus tibialis)
- Dauer
- 20 bis 30 Minuten
- Ambulant durchführbar
- Ja
- Strahlenbelastung
- Keine
- Anwendungsgebiete
- Multiple Sklerose, Rückenmarkerkrankungen, Polyneuropathien, unklare Sensibilitätsstörungen
- Besonderheit bei MS
- Leitungsverzögerungen oft schon vor klinischer Manifestation nachweisbar
- Vorbereitung
- Frisch gewaschene Haare ohne Stylingprodukte
- Ausschluss / Anpassung
- Träger von Herzschrittmacher, Defibrillator oder Nervenstimulator
- Risikoprofil
- Risikofrei
Häufige Fragen
Was sind somatosensibel evozierte Potenziale?
Die SEP sind elektrische Antworten des Gehirns auf wiederholte Stimulationen peripherer Nerven. Gemessen werden Latenz und Amplitude der Antworten zur Beurteilung der Leitungsfunktion entlang der somatosensiblen Bahn.
Wann kommen die SEP zum Einsatz?
Die SEP werden bei Verdacht auf Multiple Sklerose, bei unklaren Sensibilitätsstörungen sowie bei Verdacht auf Rückenmarkerkrankungen eingesetzt.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Elektroden werden an der Kopfhaut sowie am Handgelenk oder Knöchel angebracht. Über die peripheren Elektroden werden kurze elektrische Impulse abgegeben; die Antworten an der Kopfhaut werden aufgezeichnet. Die Untersuchung dauert 20 bis 30 Minuten.
Ist die Messung schmerzhaft?
Die Impulse werden als kurzes Kribbeln empfunden, vergleichbar mit einer statischen Entladung. Es entsteht keine Gefahr.
Welche Risiken bestehen?
Keine. Es gibt keine Strahlenbelastung, keine Nadeln und keine Medikamente. Bei Trägern eines Schrittmachers, Defibrillators oder Nervenstimulators wird das Verfahren angepasst.
Quellen und Referenzen
- Beschreibung der Untersuchung auf der Praxiswebsite: liebetanz.de/methoden/somatosensibel-evozierte-potenziale.html
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN): dgkn.de
- Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: dgn.org/leitlinien
Meta-Daten
- Status
- Aktiv
- Entitäts-ID
- somatosensibel-evozierte-potenziale-procedure
- Publikationsdatum
- 2026-04-18
- Zuletzt geändert
- 2026-04-18
- Zuletzt geprüft
- 2026-04-18
- Standard
- Grounding Page Standard v1.4